Vergessen wir den Lauf der Zeiten, vergessen wir die Zwietracht der Meinungen. Wenden wir uns an die Unendlichkeit, beziehen wir dort unsere Stellung.
Zhuangzi
Das menschliche Ich mit all seinen geistigen Fähigkeiten, gedanklichen Phantasien und Gefühlen besteht aus Zeit. Der Körper ist demgegenüber Form. Geraten das Ich oder der Körper in einen Ausnahmezustand, wird die Lebensenergie blockiert, sie gefriert und kann nicht mehr fließen. Das Ich zapft in solchen kritischen Situationen seine Erfahrungen aus der Vergangenheit an und projiziert sie in Gestalt von Hoffnungen oder Ängsten in die Zukunft. Es entsteht Zeit.
Heilung und Veränderung zum Guten brauchen Raum. Damit die Lebensenergie wieder in Fluß kommt, ist ein klares Bewußtsein für ein Phänomen notwendig, das nicht an die Zeit gebunden ist. Es ist gleichzeitig das, was uns überlebt, wenn wir diese Welt einmal verlassen: die Seele. Unzählige Nahtoderlebnisse berichten davon. Etwas von uns ist in der Lage, den Körper als Form und die Ich-Struktur der Zeit zu verlassen, um sich das Leben von außen anzuschauen, um zu beobachten, was war und was ist, ohne das Beobachtete zu interpretieren, zu bewerten oder darauf zu reagieren. Die Perspektive des zeitlosen Beobachters einnehmen. Die Religionen nennen es das Tao, das Absolute oder Gott. So entsteht Raum, und in diesem Raum entfaltet sich Energie. Heilung entsteht, Versöhnung mit dem, was war und was ist. Und das läßt die Angst vor einer ungewissen Zukunft sich auflösen.
Wenn es gelingt, sich in einem therapeutischen Prozeß in den Raum außerhalb der Zeit zu bewegen, findet eine Veränderung statt. Das ist der Leitgedanke meiner Arbeit in Psychotherapie und Lebenskunst.
OUTSIDE OF TIME
Dem Dunkel auf den Grund zu gehen, bedeutet Klarheit. Nachgeben zu können bedeutet Kraft. Benutze dein eigenes Licht und kehre zur Klarheit zurück. Das nennt man die Ewigkeit einüben.
Laotse - Tao Te King
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